
Acht Jahre. Fünf Städte.
Ein Abend, an dem fast alles zu Ende war.
Philipp Puregger erzählt, wie aus zwei Burschen vom Fußballplatz Österreichs Bühne für persönliches Wachstum wurde.







Georg und Philipp in der Umkleide der Nachwuchsmannschaft.
Georg und Philipp lernen sich mit zwölf kennen. Beide wechseln vom Dorfverein zum großen Club der Region. Sie verstehen sich sofort.
Mit vierzehn reden sie über Ziele. Mit fünfzehn über ihre Vision vom Leben. Heute weiß Philipp, dass das etwas Außergewöhnliches, etwas ganz Besonderes war.
Sie lesen Bücher. Sie hören Hörbücher. Vorerst alles im Kontext Fußball, etwas anderes gibt es im Kopf zu der Zeit nicht.
Philipp startet seinen Blog und nennt ihn „Dein innerer Philosoph“, in Wirklichkeit ein öffentliches Tagebuch. Er schildert Erlebnisse und zieht seine Schlüsse daraus.
Dann veranstaltet er die „Flowcadamy“. Hier kommen Leute zusammen und reden über das Wesentliche. Es gibt einen Fernseher mit PowerPoint, und jeder trägt seine Lebenslektionen vor. Sie wollen präsentieren lernen.

Planen am Dach. Flipchart statt Büro.

Die Flowcadamy. Fernseher, PowerPoint, Lebenslektionen.
Georg kehrt dem Fußball den Rücken und geht auf Weltreise. Von Neuseeland bis Asien.
In einem kleinen Kaffee stößt er auf Spoken Words. Menschen feiern sich gegenseitig für das, was sie können. Einer trägt ein Gedicht vor, einer rappt, einer redet.
Georg fragt sich, warum es das in Österreich nicht gibt.

Das Kaffeehaus in Asien. Hier sieht Georg zum ersten Mal Spoken Words.

Spoken Words im Schlachthof.
Georg hebt Spoken Words aus dem Boden und bringt das Format nach Österreich. Die Jungs verlegen einen Boden. Sie schrubben Fliesen. Sie stellen einen Heizstrahler auf, damit es warm genug ist.
Dann veranstaltet Georg Spoken Words. Beim ersten Mal sitzen sie zu zweit da. Beim nächsten Mal sind es sechs. Dann fünfzehn, zwanzig, dreißig. Dann wieder acht.
Kein Aufstieg aus dem Lehrbuch.
So läuft es eben.
Beide landen in einem Multi-Level-Marketing-System. Im Rückblick nennen sie es die beste Lebensschule, die sie durchlaufen konnten.
Sie lernen, wie man mit Absagen umgeht. Sie lernen, wie man präsentiert und überzeugt. Vor allem lernen sie, was Menschen bewegt ist und dass man seinen Visionen folgen darf.
Sie steigen aus, als klar wird: Verkaufen wollen sie nicht. Weiterkommen schon.

Auf einer der großen Veranstaltungen. Präsentieren lernen, Absagen aushalten.

Dann ist es soweit: Es gibt eine Spoken-Words-Sonderausgabe mit Dr. Manfred Winterheller auf der Bühne. Für die beiden ist der Mann eine Größe, sie kennen seine Bücher auswendig.
Über hundert Menschen kommen. Winterheller ist an dem Tag krank, sitzt am Vormittag mit Tee und Honig in der Badewanne und kommt trotzdem, weil es ihm wichtig ist, etwas beizutragen.

Wendepunkt 01
März 2018
Im Publikum sitzt jemand, der sagt: Das muss man professionell machen. Mit Eintritt. Mit eingeladenen Sprechern.
Georg macht Nägel mit Köpfen. Logo, Termin, erste Sprecher.
Philipp kann nicht mit, er steckt in der Bankausbildung. Er fährt trotzdem hin und sitzt im Publikum. Achtzig Leute sind da. Kein DJ, keine Musik, keine Kulisse.
Danach erfährt er die Zahlen. Achthundert Euro Einnahmen bei tausend Euro Kosten.
Am Tisch danach fällt die Entscheidung. Philipp steigt ein. Georg ist der Visionär auf der Bühne, Philipp bringt es auf die Straße.

Im Juni das zweite Event, im September das dritte. Erstmals ein externer Sprecher, Siegfried Nagl, damals Bürgermeister von Graz.
Im Jänner 2019 sitzen vier Leute aus Kärnten im Publikum. Sie wollen das in Klagenfurt. Gesagt, getan.
2020 wechselt RealTalk von der Disco in den Dom im Berg und verkauft ihn zum ersten Mal aus.
Aftermovie

RealTalk II, Graz, 20. Juni 2018. Das zweite Event.

2020
März 2020
Mitte März 2020. Am Mittwoch stünden Josef Zotter, Christoph Strasser und Armin Assinger auf der Bühne, das Event ist ausverkauft. Am Freitag davor wurde der Lockdown verkündet.
Dreihundert Tickets zu je vierundzwanzig Euro. Alles wird zurücküberwiesen. Keine Gutscheine, kein Vertrösten.
Einen Tag lang räumen sie das Lager auf und stecken den Kopf in den Sand. Dann fangen sie an.
Der Podcast entsteht, acht Folgen im Monat. Und die Mutbox, das RealTalk-Baby: 52 Aufgaben, die mutiger machen, eine für jede Woche im Jahr. Acht Monate Entwicklung, davor noch nie ein Produkt gebaut.
Philipp bewirbt sich bei einem Grazer Pitch-Format und wird abgelehnt. Am selben Abend läuft die Startup-Show auf Puls 4. Er schickt dieselbe Bewerbung dorthin.
Sie werden genommen.
Dreieinhalb Monate Vorbereitung. Freunde spielen die strenge Jury. Unternehmer geben Feedback. Sie bauen eine Moodbox und filmen Interviews mit Käuferinnen.
Zu dem Zeitpunkt sind rund 750 Boxen verkauft.
Sie bekommen ein Investment.


Das offizielle Bewerbungsfoto

RealTalk XL 2022. Aus drei Stunden am Abend wird ein ganzer Tag.

Der Saal, Stunden vor dem Einlass.
Der Wunsch nach mehr wird lauter. Aus drei Stunden am Abend wird ein ganzer Tag. Netzwerkbereich, Speed Coaching, zwei Stunden Mittagspause.
Georg sagt, er ist dabei, kann aber nicht mehr das Zugpferd sein.
Das muss Philipp übernehmen.
Tausend Leute sind das Ziel. Auf der Bühne stehen Thomas Brezina, Katharina Schneider und Dr. Manfred Winterheller. Die Helden aus der Jugend.
Der Tag wird ein Erfolg.
Trotzdem merkt man, dass die Luft ausgeht.




Aftermovie
2022 standen sie auf unserer Bühne.
2023
Georg fährt auf Weltreise. Kurz nach dem Jahreswechsel ruft er an. Er bleibt länger.
Philipp freut sich für den Freund und braucht gleichzeitig den Partner. Beides stimmt.
Nach der Rückkehr suchen sie Wege. Aufgaben neu verteilen, Ziele neu stecken. Nichts fruchtet.
Sie gehen spazieren und reden Klartext. Wunderschöne Erinnerungen, sagt Philipp heute, und harte. Georg will seine eigene Bühne bauen und Speaker sein. Heute ist er genau das.
Was rumpelt, wird durch Klarheit leichter.
Auch wenn Klarheit wehtut.

Die ganze Geschichte im Video. Mehr davon in der Mediathek.
Fünf Orte in einem Jahr. Graz, Klagenfurt, Linz, Wien, Salzburg. So groß wie nie zuvor.
Dazu ein neues Team, das sich erst finden muss. Planen, dann hackeln.
Das erste Halbjahr läuft stark. Das zweite auch, bis auf Salzburg. Von außen sieht alles nach Wachstum aus.
Innen kostet es mehr Kraft, als vorhanden ist.
Irgendwann geht die Luft aus.




Fünf Orte in einem Jahr. Vier davon haben stattgefunden.
Wendepunkt 02
August 2024
Philipp sitzt mit der Familie im Hop-on-Hop-off-Bus. Der fünfzigste Geburtstag seiner Mama.
Er schaut aufs Handy und sieht die Verkaufszahlen für Salzburg. Zwei Tickets, drei Wochen vor dem Event. Beide hat er selbst verkauft.
Er weint unter der Kapuze, während vor ihm sein Sohn sitzt.
Dann trifft er eine Entscheidung, auf die er bis heute stolz ist. Er lässt es liegen und genießt zwei Tage mit seiner Familie. Übermorgen ist er wieder in Österreich, dann wird gehandelt.
0 verkaufte Tickets. Drei Wochen vor dem Event.
Salzburg wird abgesagt. Das einzige Event, das RealTalk je abgesagt hat.
Im September folgen die schwersten Entscheidungen. Die Mitarbeiterin, der er vertraut, muss gehen. Das Büro wird gekündigt.
Die Events im Herbst laufen gut. Trotzdem stehen am Jahresende fast dreißigtausend Euro Minus. Philipp hat vorher weder privat noch beruflich je Minus gehabt.
Vier Monate braucht er, um wieder auf die Füße zu kommen.
0
Philipp entscheidet, RealTalk so zu bauen, wie er es haben will. Es wird anders werden. Ob besser oder schlechter, weiß man zu dem Zeitpunkt noch nicht.
Er nimmt Geld in die Hand, das nicht da ist. Er holt sich Menschen dazu, die er über RealTalk kennengelernt hat. Das Eventteam bleibt, viele davon seit Jahren, alle ehrenamtlich.
Zwei Städte statt fünf.
Konsolidieren, festigen, sich auf das besinnen, was wir wirklich können.
Und die eine Frage klären, die vorher untergegangen war: Wohin wollen wir eigentlich?
Das Orpheum, ausverkauft. Das neue Gesicht von RealTalk.


Wendepunkt 03
Jetzt
Die Antwort steht.
Und sie ist größer als alles davor.
Weitere Städte werden angegriffen. Neue Boxen sind in Arbeit. Ein Buch entsteht. RealTalk XL steht vor der Tür, ein ganzer Tag mit allem, was wir gelernt haben. Und der Growth Club kommt.
Aus einem Abend wird ein Ort, an dem Menschen bleiben können.
Was draußen glatt aussieht, ist es trotzdem nicht. Nicht jeder Wunschsprecher sagt zu, nicht jeder Deal wird angenommen. Das Warum muss groß genug sein, sagt Philipp, sonst geht die Luft aus.
Unseres ist groß genug.
Wir sind auf Kurs.
Gäste beim ersten RealTalk
im ausverkauften Dom im Berg
verkaufte Boxen
verkaufte Tickets
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